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AUMA_MesseTreff 2009 im ewerk in Berlin

Klaus Liedtke "Der Begriff 'Nachhaltiges Wirtschaften' ist keineswegs eine Erfindung des 21., sondern des frühen 18. Jahrhunderts." Mit diesen Worten überraschte Klaus Liedtke, langjähriger Chefredakteur der Zeitschrift National Geographic Deutschland, die Teilnehmer des AUMA_MesseTreffs am 26. Mai 2009 in seinem Vortrag "Das Geschäft der Zukunft: Die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie".

Über 400 Vertreter der Messegesellschaften, des Messeservice, der ausstellenden und besuchenden Wirtschaft, der Politik und der Medien waren der Einladung des AUMA zum Branchentreffen in das ehemalige Umspannwerk ewerk in Berlin-Mitte gefolgt, darunter der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Hartmut Schauerte. Ressourcenschutz war jedoch nicht nur Thema, sondern bestimmte auch das Handeln der Gäste: Jeder Teilnehmer faltete sich seinen recyclebaren Sitz selbst aus Karton - zur Auswahl standen die Motive Stroh, Gras, Holz und Wasser; eine Aktivität, die vielleicht ungewohnt war, aber doch für Spaß bei den Gästen sorgte, und die Bedeutung der eigenen Verantwortung für den Umweltschutz ins Bild setzte.

Funktion und Attraktivität von Messen stehen nicht in Frage

Zur Eröffnung des Jahrestreffens der Messebranche verwies AUMA-Vorsitzender Hans-Joachim Boekstegers auf den Erfolg der Geschäftsjahre 2007 und 2008. Er betonte, dass das Medium Messe auch konjunkturelle Rückschläge aushalten werde. Trotz zurückgehender Aussteller- und Besucherzahlen stünden Funktion und Attraktivität von Messen nicht in Frage. Bei aller Sorge um die aktuelle Wirtschaftslage sei jedoch der langfristige Schutz der ökologischen Rahmenbedingungen zu beachten. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass der AUMA bereits Mitte der 90er Jahre die Entwicklung von Standards zur umweltgerechten Durchführung von Messen forciert hatte.

"Niemals mehr Holz schlagen als nachwachsen kann"

Nachhaltigkeit sei als Begriff erstmals 1713 in Deutschland verwendet worden, betonte Klaus Liedtke, und zwar von dem Freiberger Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz. Dieser schrieb, "dass man niemals mehr Holz schlagen solle als nachwachsen könne." Trotz dieser frühen Erkenntnis sei jedoch der langfristige Schutz der Ressourcen außer in der Holzwirtschaft in kaum einer Branche etabliert, ihre Plünderung hingegen schon. Innerhalb der Zeitspanne von 1944 bis 2044 werde sich die Weltbevölkerung vervierfacht haben, der Energieverbrauch auf das 16fache erhöht haben und die globale Temperatur um zwei bis drei Grad gestiegen sein. Wie werden sich die Menschen ernähren und ihre Grundbedürfnisse befriedigen? Es heiße zwar immer, unsere Erde reiche für unsere Bedürfnisse, aber wenn z.B. alle Erdbewohner so viele Ressourcen verbrauchten wie die USA, würden drei Planeten benötigt.

Es gebe jedoch Alternativen, die den Ressourcenverbrauch entschleunigen könnten, darunter: Nur Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen oder wieder verwendbaren Materialien herzustellen und bei der Ernergieproduktion auf neue Energien umzusteigen. "Fossile Energie sei die der Menschheit von Gott mitgegebene Anlasserbatterie, damit sie den Hauptmotor des Raumschiffs in Gang bringen könne, etwa die Sonnenenergie", zitierte er den amerikanischen Architekten und Philosophen R. Buckminster Fuller.

Liedtkes Vortrag gab genug Initialzündung für einen kommunikativen Abend bei Buffet und Musik im ehemaligen Umspannwerk, das seit seiner Restaurierung im Jahr 2005 für Events genutzt wird. Für die musikalische Unterhaltung am Abend sorgte die Band Soulville. Weiterer Programmpunkt war die Show der italienischen Künstler Santina Maria Schrader und Claudio Maniscalco, die dem von Regengüssen begleiteten Abend eine mediterrane Alternative boten.

Fotomaterial

Fotos MesseTreff 2009

Download:

Vortrag von Klaus Liedtke, Chefredakteur der Zeitschrift National Geographic Deutschland (Vortrag als PDF-Datei)
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